Der Unterschied zwischen einem alltäglichen „an einem Ort sein“ und zu reisen, ist oftmals, dass man Orte und kleine Erlebnisse bewusster wahrnimmt: das Blitzen der Kaffeetasse, die spielenden Alten, ein furioser Streit am Kiosk, eine Spinne, die sich langsam abseilt.
Beim
Unterwegssein schaut man hin. Das ist es vielleicht, warum man dabei mehr an den Orten ist, als beim täglichen Weg zur Arbeit. An einem Ort zu wohnen heißt nicht, an einem Ort zu sein.

Orte sind mit Geschichten verknüpft und die werden oft über die Ladentheke gehandelt, linear zwischen zwei Menschen. In der Sammelstelle „Ladentheke“ soll dies aufgelöst werden und den Geschichten ein Ort gegeben werden.


Die Neustadt-Autoren haben ihre Geschichten auf ein quadratisches Blatt aufgeschrieben und anschließend an die Fensterfassade geklebt. Die blanken Rückseiten waren von außen zu sehen, die beschriebenen von innen. Langsam ist die Fensterscheibe „zugewachsen“ und man musste in die Bäckerei hineingehen, um sie als Ort einzusehen. An diesem sozusagen neu entstandenen Ort waren die Geschichten auf einen Blick versammelt. Dabei ist eine Art Landkarte entstanden.

Die Besucher von 3 x Klingeln sind in der wirklich vorhandenen ehemaligen Neustadt-Bäckerei eingetroffen und haben ihre Geschichten aus ihren Köpfen dort zu Papier gebracht. An dem virtuellen Ort hier im Internet sind die Geschichten wieder frei verfügbar gemacht worden.

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